Montag, 30. Mai 2011

Wie lange dauert Liebe eigentlich?


Eine Sekunde.Vielleicht sogar kürzer. Liebe ist für mich kein Zustand,
wie beispielsweise eine Haarfarbe, ein Wohnsitz oder eine Jahreszeit. Nichts,
in dem man es sich für eine Zeit lang bequem einrichten kann, mit dem man sich
arrangieren, anfreunden oder an das man sich gar gewöhnen könnte. Liebe ist
schnell wie ein Blitz, lebendig wie ein Herzschlag. Impulsiv, überraschend und
nicht steuerbar. Sie ist wie ein Gedanke, der mir plötzlich in den Kopf
schnellt und mich lächeln lässt. Zum Beispiel bei einem langweiligen
Montagmorgen. Oder an einer roten Ampel. Oder ich stehe im Supermarkt und muss
grinsen – und kaufe dann voller Euphorie eine Tüte Chips. Liebe ist für mich
nicht die permanente Kuschelumarmung auf dem Sofa, sondern zeigt sich mir in
dem kurzen Augenblick, in dem man die Arme noch ein bisschen fester zudrückt.
Und ohne Worte sagt: „Ich sitze zwar schon zweieinhalb Stunden neben dir am
Fernseher aber ich habe gerade an dich gedacht.“ Liebe ist nicht der ganze Song,
sondern nur die eine Harmonie, bei der einem die Tränen vor Glück in die Augen
schießen. Liebe ist nichts, in das man eintaucht und versinkt. Liebe spritzt
einen nass. Meine Freundin meinte über meine Theorie der Liebe: „Du beschreibst
oberflächliche Strohfeuer. Für mich geht die Liebe viel tiefer. Das ist etwas
für die Ewigkeit. Ein zartes Grundgefühl das immer da ist.“ Ich finde diese
Vorstellung zu romantisch. Man kann doch nicht 24 Stunden am Tag permanent
lieben. Man steht doch nicht vorm Spiegel, starrt voller Zorn auf den knallroten
Pickel, der sich gerade am Kinn breit macht und spürt nebenbei das zarte Gefühl
der Liebe. Nein, nein das ist übertrieben. Wenn man Glück hat, weht dabei ein
Hauch Aftershave durchs Bad und lässt das Herz kurz stillstehn. Den Pickel wird
man trotzdem nicht vergessen. Und dass Strohfeuer oberflächlich sind, habe ich
in Zwischenzeit auch widerlegen können. Sie machen ganz schön warm ums Herz.
Mich überraschen sie immer wieder und lassen mich mehrmals in den absurdesten
Situationen lächeln. Weil ich inzwischen weiß, dass es auch noch die tiefe
Freundschaft und Seelenverwandschaft gibt, die zwei Menschen verbinden können.



Kommentare:

OllieWood hat gesagt…

deine photos. deine art, wie du schribst. wundervoll. ich mag es wirklich sehr. danke für deine posts :)

c'est moi. hat gesagt…

oh dankeschön :) das freut mich, wirklich!
aber dein blog gefällt mir auch sehr gut!

loveavenue hat gesagt…

dein blog ist echt schön.
total.. lovely! :)